Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht in fünf Akten
von Gotthold Ephraim Lessing
PREMIERE
Sonntag | 7. April 2019 | 19.00 Uhr
Große Bühne

Der reiche Jude Nathan hat ein kleines Christenmädchen an Kindes Statt angenommen. Nur die Christin Daja, die als Erzieherin der Tochter mit im Haus lebt, weiß das, sagt aber lange nichts. Jetzt ist Recha, so heißt das Mädchen, fast erwachsen und wird, während Nathan auf Geschäftsreise ist, von einem deutschen Tempelherren aus dem brennenden Haus gerettet. Recha glaubt, ihr Retter sei sicher ein Engel gewesen. Der angebliche
Engel wiederum ist zuerst geschockt darüber, dass er als Kreuzritter, der das Heilige Land für die Christenheit zurückerobern will, ausgerechnet eine Jüdin vor dem Feuertod bewahrt hat. Als Nathan ihn zu sich einlädt, um ihm zu danken, wehrt er ab: „Laßt den Vater mir vom Hals. Jud’ ist Jude. Ich bin ein plumper Schwab.“
Der Tempelherr selbst verdankt die Tatsache, dass er noch am Leben ist, einem ganz verrückt erscheinenden Umstand, denn er wurde von Sultan Saladin, nachdem er in Gefangenschaft geraten war, als Einziger nicht umgebracht, sondern wieder laufen gelassen, weil er den Sultan an dessen verschollenen Bruder erinnert.
Recha und der Tempelherr verlieben sichineinander, Daja glaubt, jetzt unbedingt sagen zu müssen, dass Recha
von Geburt aus Christin ist. Mit diesem Wissen überfordert, fragt der Tempelherr den christlichen Patriarchen von Jerusalem, ob denn ein Jude überhaupt ein Christenkind aufziehen darf. Der Patriarch hat dazu eine
unerschütterliche Meinung: „Der Jude wird verbrannt.“
Inzwischen sind sich Sultan Saladin, der Mohammedaner, und Nathan, der Jude, respektvoll nähergekommen. (Saladin braucht Geld und Nathan leiht es ihm.) Auf die Frage des Sultans, welche der drei großen Religionen
seiner Meinung nach „die wahre“ ist, erfindet der bedrängte Nathan die Ringparabel – der schönste Aufruf zu Toleranz und Achtung vor dem Anderen, der sich in der deutschen Literatur finden lässt,
gedichtet in fünfhebigen Jamben.


Eduard von Winterstein, der Namenspatron unseres Theaters, war einer
der ganz großen Nathan-Darsteller des letzten Jahrhunderts. Länger als
ein Jahrzehnt verkörperte er den Nathan im Deutschen Theater in Berlin.


Termine

Große Bühne
So 07.04.2019  19.00 Uhr   Karten reservieren
Mi 10.04.2019  19.30 Uhr   Karten reservieren
Sa 13.04.2019  19.30 Uhr   Karten reservieren
Di 30.04.2019  10.00 Uhr   Karten reservieren
Do 02.05.2019  10.00 Uhr   Karten reservieren
Fr 03.05.2019  19.30 Uhr   Karten reservieren
Sa 11.05.2019  19.30 Uhr   Karten reservieren
Do 16.05.2019  19.30 Uhr   Karten reservieren
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