Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht in fünf Akten
von Gotthold Ephraim Lessing
WIEDERAUFNAHME
Sonntag | 13. Oktober 2019 | 19.00 Uhr
Große Bühne

Der reiche Jude Nathan hat ein kleines Christenmädchen an Kindes Statt angenommen. Nur die Christin Daja, die als Erzieherin der Tochter mit im Haus lebt, weiß das, sagt aber lange nichts. Jetzt ist Recha, so heißt das Mädchen, fast erwachsen und wird, während Nathan auf Geschäftsreise ist, von einem deutschen Tempelherren aus dem brennenden Haus gerettet. Recha glaubt, ihr Retter sei sicher ein Engel gewesen. Der angebliche Engel wiederum ist zuerst geschockt darüber, dass er als Kreuzritter, der das Heilige Land für die Christenheit zurückerobern will, ausgerechnet eine Jüdin vor dem Feuertod bewahrt hat. Als Nathan ihn zu sich einlädt, um ihm zu danken, wehrt er ab: „Laßt den Vater mir vom Hals. Jud’ ist Jude. Ich bin ein plumper Schwab.“
Der Tempelherr selbst verdankt die Tatsache, dass er noch am Leben ist, einem ganz verrückt erscheinenden Umstand, denn er wurde von Sultan Saladin, nachdem er in Gefangenschaft geraten war, als Einziger nicht umgebracht, sondern wieder laufen gelassen, weil er den Sultan an dessen verschollenen Bruder erinnert.
Recha und der Tempelherr verlieben sich ineinander, Daja glaubt, jetzt unbedingt sagen zu müssen, dass Recha von Geburt aus Christin ist. Mit diesem Wissen überfordert, fragt der Tempelherr den christlichen Patriarchen von Jerusalem, ob denn ein Jude überhaupt ein Christenkind aufziehen darf. Der Patriarch hat dazu eine unerschütterliche Meinung: „Der Jude wird verbrannt.“
Inzwischen sind sich Sultan Saladin, der Mohammedaner, und Nathan, der Jude, respektvoll nähergekommen. (Saladin braucht Geld und Nathan leiht es ihm.) Auf die Frage des Sultans, welche der drei großen Religionen seiner Meinung nach „die wahre“ ist, erfindet der bedrängte Nathan die Ringparabel – der schönste Aufruf zu Toleranz und Achtung vor dem Anderen, der sich in der deutschen Literatur finden lässt, gedichtet in fünfhebigen Jamben.


Eduard von Winterstein, der Namenspatron unseres Theaters, war einer der ganz großen Nathan-Darsteller des letzten Jahrhunderts. Länger als ein Jahrzehnt verkörperte er den Nathan im Deutschen Theater in Berlin.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Termine

Große Bühne
So13.10.2019 19.00 Uhr
Di29.10.2019 10.00 Uhr
So10.11.2019 19.00 Uhr
Mo11.11.2019 10.00 Uhr

Inszenierungsteam

Inszenierung
Dietrich Kunze
Ausstattung
Martin Scherm

Besetzung

Sultan Saladin
Marvin Thiede
Sittah, dessen Schwester
Gisa Kümmerling
Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem
David Gerlach
Udo Prucha
Recha, dessen angenommene Tochter
Isa Etienne Flaccus
Daja, eine Christin, aber in dem Hause des Juden als Gesellschafterin der Recha
Marie-Louise von Gottberg
Ein junger Tempelherr
Maurice Daniel Ernst
Der Patriarch von Jerusalem
Nenad Žanić
Ein Klosterbruder
Philipp Adam
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